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Svetvinčenat in Istrien: Burg, Placa und Fresken

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Svetvinčenat, auch Savičenta und San Vincenti genannt, liegt südlich im zentralen Istrien. Das Ortsbild wird von der Burg Morosini-Grimani und dem Renaissanceplatz Placa geprägt. Kirchen, Loggia, steinerne Zisterne und der Ortskern bilden ein Ensemble, dessen Geschichte sich bis zu einer Benediktinerabtei und einer Burganlage aus dem frühen 13. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.

Kurzfakten zu Svetvinčenat

  • Ein Dokument aus dem Jahr 965 erwähnt die Herrschaft des Bischofs von Poreč über Savičenta.
  • Die Burganlage entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts; ihre heutige Gestalt erhielt sie 1589.
  • Der trapezförmige Renaissanceplatz Placa wird von Burg, Loggia, Pfarrkirche und Häusern des 16. Jahrhunderts eingerahmt.
  • Die ehemalige Abteikirche des heiligen Vincent stammt aus dem 12. Jahrhundert.
  • In der Kirche St. Vincent liegt ein bedeutender romanischer Freskenzyklus aus dem späten 13. Jahrhundert.
  • Die Kirche St. Katharina am östlichen Ortsausgang stammt aus dem 14. Jahrhundert und trägt Fresken aus dem frühen 15. Jahrhundert.

Savičenta, Benediktiner und bischöflicher Besitz

Svetvinčenat wird auch Savičenta oder San Vincenti genannt. Der Ortsname geht auf den spanischen Märtyrer und Schutzpatron Vincent sowie eine Abtei gleichen Namens zurück, um die sich die Siedlung entwickelte. Eine Urkunde aus dem Jahr 965 nennt den Besitz des Bischofs von Poreč über Savičenta; 1178 bestätigte Papst Alexander III. dem Bistum unter anderem die Kirche des heiligen Vincent und ihre Kapellen.

Die Anfänge des Orts werden mit Benediktinern aus Ravenna verbunden, die sich der Überlieferung nach im 6. Jahrhundert in der Gegend niederließen. Sie rodeten Wälder, bearbeiteten die rote Erde und errichteten eine Kirche. Das Gebiet lag auf einer Hochebene zwischen den Territorien von Barban, Gočan, Žminj, Dvigrad, Bale und Vodnjan. Eine Grenzbeschreibung im „Istarski razvod“ aus dem 14. Jahrhundert hielt alte Wege, Kreuze und Grenzzeichen auf mehrsprachig verfassten Urkunden fest.

Im Mittelalter wechselten die Lehnsherren: Auf den bischöflichen Besitz folgten die Familien Castropola und Morosini. 1464 vereinte der Bischof Francesco Morosini erneut bischöfliche Rechte am Ort; nach dem Tod des letzten Castropola ohne Erben gelangte auch dessen Lehen an einen Morosini. Die Familiengeschichte erklärt den ersten Teil des Namens der späteren Burg Morosini-Grimani.

Die Burg Morosini-Grimani

Die erste Burg wurde am Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet. Kriege brachten wiederholt Zerstörung und Umbauten. Nach den Bischöfen, Castropola und Morosini kam die Anlage an die venezianische Patrizierfamilie Grimani di San Luca. Die Familie ließ den ausgebrannten Bau nach einem Entwurf venezianischer Architekten wiederaufbauen. So erhielt das Kastell seine heute prägende Gestalt und wurde zu einem markanten Beispiel venezianischer Architektur in Istrien.

Das Innere der Burg umfasste einen großen Hof, die Wohnung des Ortsverwalters, Lagerräume für Abgaben und Munition, eine Waffenkammer, Unterkünfte für bis zu 200 Musketiere und Speerträger sowie ein unterirdisches Gefängnis. Die drei Türme, der Hof und die umschließenden Mauern zeigen die Wehr- und Verwaltungsfunktion der Anlage. Das Kastell beherrscht die Nordseite des Platzes und ist das größte Gebäude Svetvinčenats.

Heute wird die Burg mit multimedialen Ausstellungen als Ort der Ortsgeschichte genutzt. Die offizielle Website der Burg Morosini-Grimani bietet Besuchsinformationen und Eintrittskarten.

Placa, Loggia und steinerne Zisterne

Die Placa bewahrt weitgehend ihren Renaissancecharakter. Der trapezförmige Platz wird von der Burg mit ihren Türmen, dem Palast, der Pfarrkirche Mariä Verkündigung, der offenen Stadtloggia und Renaissancehäusern aus dem 16. Jahrhundert gerahmt. Im Süden öffnet sich die Loggia mit Arkaden zum Platz und zu einer Seitenstraße. Sie verknüpft die repräsentative Platzanlage mit dem öffentlichen Leben.

In der Platzmitte steht eine aus behauenem Stein gefertigte Zisterne. Gerade das Zusammenspiel aus Burg, Kirche, Loggia und zentralem Wasserbau macht Placa zu einem geschlossenen Stadtbild und unterscheidet den Ort von den höher gelegenen mittelalterlichen Hügelstädten im Hinterland.

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Kirchen und Fresken im Ortskern

Die Pfarrkirche Mariä Verkündigung an der Ostseite der Placa entstand aus lokalem Stein. Der Bau dürfte spätestens gegen Ende des 15. Jahrhunderts begonnen und wurde bis 1529 vollendet. An der Fassade erinnern Wappen an die venezianische Familie Morosini.

Die Kirche des heiligen Vincent war früher Abtei- und Pfarrkirche. Der einschiffige Bau mit drei Apsiden stammt aus dem 12. Jahrhundert. Im Inneren liegen mehrere Schichten von Wandmalerei, die die Kirche zu einem wichtigen Ort der sakralen Kunst in der Gemeinde machen. Die kleine Kirche St. Katharina am östlichen Ortsausgang ist ein Beispiel volkstümlicher Romanik des 14. Jahrhunderts. Neben der Placa steht außerdem die gotische Kirche des heiligen Antonius des Einsiedlers mit einer hölzernen Heiligenfigur aus dem 14. Jahrhundert. Die dem heiligen Rochus geweihte Kirche im Nordwesten stammt aus dem Jahr 1622.

Svetvinčenat in der istrischen Umgebung

Der Ort liegt zwischen dem südlichen und westlichen Istrien. Eine Tagesroute kann Svetvinčenat mit Pula und Rovinj verbinden; Vodnjan und Barban ergänzen den Blick auf die Kulturlandschaft des Südens und Ostens. Das nahe Kanfanar führt weiter ins westistrische Hinterland. Einen Überblick über regionale Bauformen bietet der Beitrag zu Architektur und Bauwerken in Istrien.

Häufige Fragen zu Svetvinčenat

Wer gab der Burg Morosini-Grimani ihre heutige Form?

Marino Grimani ließ die Burg 1589 wiederaufbauen; die Pläne stammten von den venezianischen Architekten Scamozzi und Campagna.

Was steht im Zentrum der Placa?

Die aus behauenem Stein gefertigte Zisterne wurde 1808 durch Spenden der Einwohner gebaut. Sie bildet den Mittelpunkt des von Burg, Loggia, Pfarrkirche und Renaissancehäusern eingerahmten Platzes.

Was macht die Fresken in der Kirche des heiligen Vincent besonders?

Der romanische Freskenzyklus entstand gegen Ende des 13. Jahrhunderts und zeigt byzantinische Einflüsse. Er stammt vom Maler Ognobenus Trevisanus; insgesamt besitzt die Kirche drei Schichten von Wandmalerei.